Brahmi bei leichter kognitiver Beeinträchtigung
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1. Studiendesign
Die 2024 veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung eines Extrakts aus Brahmi (Bacopa monnieri) auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Schlafqualität von Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung.
An der randomisierten, placebokontrollierten und dreifach verblindeten Studie nahmen 62 Frauen und Männer im Alter von über 50 Jahren teil. Bei ihnen lag der Wert im Montreal Cognitive Assessment unter 26 Punkten. Zusätzlich mussten mindestens zwei vaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette oder Adipositas vorliegen.
Die Teilnehmer wurden gleichmäßig auf zwei Gruppen verteilt:
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31 Personen erhielten acht Wochen lang zweimal täglich 160 mg Bacopa-monnieri-Extrakt. Die Tagesdosis betrug somit 320 mg.
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31 Personen erhielten optisch identische Kapseln mit Stärke.
Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde mit dem Montreal Cognitive Assessment untersucht. Die Schlafqualität wurde mit dem Pittsburgh Sleep Quality Index erfasst. Die Messungen erfolgten vor Studienbeginn sowie nach einem und nach zwei Monaten.
2. Wirkung
Kognitive Gesamtleistung
Der MoCA-Gesamtwert stieg in der Bacopa-Gruppe von durchschnittlich 20,16 auf 24,80 Punkte. In der Placebogruppe erhöhte sich der Wert von 20,06 auf 21,93 Punkte. Die Veränderungen über die Zeit waren in beiden Gruppen statistisch signifikant.
Nach einem Monat bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p = 0,661). Nach zwei Monaten lag der Gesamtwert in der Bacopa-Gruppe signifikant über dem Wert der Placebogruppe (24,80 gegenüber 21,93 Punkten; p = 0,029).
Die Auswertung aller drei Messzeitpunkte mittels Varianzanalyse ergab allerdings keinen signifikanten Gesamtunterschied zwischen den Gruppen (p = 0,353). Die Studie zeigte damit zwar einen Unterschied bei der abschließenden Messung, aber keinen statistisch gesicherten Gruppenvorteil über den gesamten Studienverlauf.
Aufmerksamkeit
Bei der Aufmerksamkeit zeigte die Studie nach einem und nach zwei Monaten signifikante Unterschiede zugunsten der Bacopa-Gruppe.
Nach einem Monat lag der durchschnittliche Aufmerksamkeitswert bei 2,48 Punkten in der Bacopa-Gruppe und bei 2,00 Punkten in der Placebogruppe (p = 0,033). Nach zwei Monaten wurden 2,71 beziehungsweise 2,10 Punkte erreicht (p = 0,004).
Sprachliche Leistung
Bei der sprachlichen Leistung beziehungsweise verbalen Flüssigkeit zeigte sich nach einem Monat kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Nach zwei Monaten lag ein signifikanter Unterschied zugunsten der Bacopa-Gruppe vor (p = 0,003).
Weitere kognitive Bereiche
Bei den exekutiven Funktionen, der zeitlichen und räumlichen Orientierung, dem Rechnen, dem abstrakten Denken, dem verzögerten Erinnern und der visuellen Wahrnehmung zeigte die Studie zu keinem Messzeitpunkt einen signifikanten Unterschied zwischen der Bacopa- und der Placebogruppe.
Schlafqualität
Die Studie zeigte keine signifikante Wirkung auf die Schlafqualität. Der PSQI-Gesamtwert veränderte sich weder in der Bacopa-Gruppe noch in der Placebogruppe signifikant.
Nach zwei Monaten lag der durchschnittliche PSQI-Wert bei 7,22 Punkten in der Bacopa-Gruppe und bei 7,52 Punkten in der Placebogruppe (p = 0,758). Auch bei subjektiver Schlafqualität, Einschlafzeit, Schlafdauer, Schlafeffizienz, Schlafstörungen, Einnahme von Schlafmitteln und Beeinträchtigungen während des Tages wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt.
Verträglichkeit
Nach Angaben der Autoren wurden während der achtwöchigen Studie keine Nebenwirkungen oder Anzeichen einer Toxizität beobachtet. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Sicherheitsdaten wurde jedoch nicht veröffentlicht.
3. Fazit und Einordnung
Die Studie zeigte nach acht Wochen einen höheren kognitiven Gesamtwert sowie bessere Ergebnisse bei Aufmerksamkeit und sprachlicher Leistung in der Bacopa-Gruppe. Für die übrigen untersuchten kognitiven Bereiche und die Schlafqualität wurden keine signifikanten Vorteile gegenüber Placebo festgestellt.
Die Ergebnisse müssen vorsichtig eingeordnet werden. Die Studie umfasste lediglich 62 Personen und dauerte acht Wochen. Außerdem wurden zahlreiche kognitive Teilbereiche zu mehreren Zeitpunkten untersucht, ohne dass eine Korrektur für Mehrfachvergleiche beschrieben wurde. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit zufällig signifikanter Ergebnisse.
Besonders relevant ist die statistische Auswertung des MoCA-Gesamtwertes: Bei der abschließenden Einzelmessung bestand ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen, die gemeinsame Analyse des gesamten Studienverlaufs ergab jedoch keinen signifikanten Gruppeneffekt. Ein Gruppen-Zeit-Interaktionseffekt wurde nicht eindeutig ausgewiesen.
Die Studie liefert damit erste Hinweise auf mögliche Verbesserungen der Aufmerksamkeit und bestimmter kognitiver Leistungen bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und vaskulären Risikofaktoren. Aufgrund der kleinen Stichprobe, der kurzen Studiendauer und der statistischen Einschränkungen bestätigt sie jedoch noch keine verlässliche allgemeine Wirkung.