Shatavari bei Beschwerden der Perimenopause
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1. Studiendesign
Die Studie von Mahajan et al. (2025) untersuchte die Wirksamkeit und kurzfristige Sicherheit eines standardisierten Shatavari-Wurzelextrakts bei Frauen mit Beschwerden während der Perimenopause. Es handelte sich um eine prospektive, randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Humanstudie.
Von 120 untersuchten Frauen erfüllten 80 im Alter zwischen 40 und 55 Jahren die Teilnahmebedingungen. Jeweils 40 Teilnehmerinnen erhielten entweder:
- täglich 300 mg Shatavari-Wurzelextrakt oder
- täglich 300 mg Stärke als Placebo.
Der eingesetzte Extrakt hatte ein Pflanzen-Extrakt-Verhältnis von 13:1 und war auf mehr als 10 % Shatavarine standardisiert. Die Einnahme erfolgte acht Wochen lang einmal täglich nach dem Frühstück. 73 Frauen beendeten die Studie gemäß Studienprotokoll: 37 in der Shatavari- und 36 in der Placebogruppe.
Als primärer Endpunkt wurde die Veränderung der Menopause Rating Scale, kurz MRS, untersucht. Ein niedrigerer MRS-Wert steht für geringere menopausale Beschwerden. Zusätzlich wurden Lebensqualität, wahrgenommener Stress, Stimmung, Müdigkeit, Hitzewallungen, verschiedene Hormone sowie Leber- und Nierenwerte erhoben.
2. Wirkung
Perimenopausale Beschwerden
Die Studie zeigte nach acht Wochen eine deutlich stärkere Verringerung des MRS-Gesamtwertes in der Shatavari-Gruppe:
- Shatavari: −12,54 Punkte
- Placebo: −1,61 Punkte
- statistische Signifikanz: p < 0,0001
Auch die drei einzelnen MRS-Bereiche verbesserten sich gegenüber Placebo signifikant:
- Somatisch-vegetative Beschwerden: −4,24 gegenüber +0,36 Punkten
- Psychische Beschwerden: −4,65 gegenüber −0,75 Punkten
- Urogenitale Beschwerden: −3,65 gegenüber −1,22 Punkten
Alle drei Gruppenunterschiede waren nach acht Wochen statistisch signifikant (jeweils p < 0,0001).
Nach vier Wochen waren bereits der MRS-Gesamtwert und der somatisch-vegetative Bereich signifikant verbessert. Bei den psychischen und urogenitalen Beschwerden bestand zu diesem Zeitpunkt dagegen noch kein signifikanter Unterschied gegenüber Placebo.
Hitzewallungen
Nach acht Wochen nahm der erfasste Wert für Hitzewallungen in der Shatavari-Gruppe stärker ab als in der Placebogruppe:
- Shatavari: −3,84 Punkte
- Placebo: −1,03 Punkte
- p = 0,002
Nach vier Wochen war der Unterschied noch nicht statistisch signifikant (p = 0,090).
Die genaue Interpretation der Größenordnung ist allerdings erschwert: Im Methodenteil werden Hitzewallungen als MRS-Wert auf einer Skala von 0 bis 4 beschrieben, während die Ausgangswerte bei ungefähr 15 lagen. Die Darstellung der Messmethode ist daher nicht konsistent.
Wahrgenommener Stress
Die Studie zeigte eine signifikant stärkere Verringerung des wahrgenommenen Stresses in der Shatavari-Gruppe. Ein niedrigerer PSS-Wert bedeutet weniger subjektiv empfundenen Stress.
Nach vier Wochen veränderte sich der Wert um:
- Shatavari: −2,65 Punkte
- Placebo: +1,06 Punkte
- p = 0,010
Nach acht Wochen betrug die Veränderung:
- Shatavari: −7,11 Punkte
- Placebo: +3,81 Punkte
- p < 0,0001
Während der Stresswert in der Shatavari-Gruppe sank, stieg er in der Placebogruppe im Studienverlauf an.
Müdigkeit, Vitalität und Stimmung
Nach acht Wochen verringerte sich die Müdigkeit in der Shatavari-Gruppe stärker als unter Placebo:
- Shatavari: −2,49 Punkte
- Placebo: −0,72 Punkte
- p = 0,019
Die Vitalität war nach vier Wochen signifikant stärker gestiegen (p = 0,021). Nach acht Wochen bestand bei der Vitalität jedoch kein signifikanter Unterschied mehr zwischen den Gruppen (p = 0,367).
Für Anspannung, Ärger, depressive Stimmung, Verwirrtheit, selbstwertbezogene Stimmung und die gesamte Stimmungsbelastung zeigte die Studie zu keinem Zeitpunkt einen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo.
Menopausebezogene Lebensqualität
Die Autoren berichteten nach acht Wochen eine geringfügig stärkere Verbesserung des MENQOL-Gesamtwertes:
- Shatavari: −0,19 Punkte
- Placebo: −0,05 Punkte
- angegebener p-Wert: 0,043
In den einzelnen Bereichen der Lebensqualität – vasomotorisch, psychosozial, körperlich und sexuell – bestanden jedoch keine signifikanten Gruppenunterschiede.
Dieser Befund sollte zurückhaltend interpretiert werden: Der angegebene p-Wert des Gesamtwertes lässt sich aus den veröffentlichten Mittelwerten, Standardabweichungen und der beschriebenen statistischen Methode nicht nachvollziehen. Es bleibt unklar, welche konkrete Berechnung dem Ergebnis zugrunde liegt.
Hormonwerte
In Woche acht lagen Estradiol, FSH und T3 in der Shatavari-Gruppe statistisch signifikant höher als in der Placebogruppe. Entscheidend ist jedoch: Die Veränderungen vom Ausgangswert bis Woche acht unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen:
- Estradiol: p = 0,190
- FSH: p = 0,521
- T3: p = 0,355
Die Studie zeigte damit keinen statistisch gesicherten Behandlungseffekt auf die Veränderung dieser Hormone. Aus den Ergebnissen lässt sich daher nicht ableiten, dass Shatavari den Hormonhaushalt nachweislich regulierte oder „ausglich“.
Für LH, Testosteron, TSH und T4 wurden ebenfalls keine signifikanten Veränderungen gegenüber Placebo festgestellt.
Sicherheit
Während der achtwöchigen Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse gemeldet. Auch bei den untersuchten Leber- und Nierenwerten zeigten sich keine signifikanten negativen Veränderungen.
Die Studie liefert damit Hinweise auf eine gute Verträglichkeit des untersuchten Extrakts über acht Wochen. Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl und der kurzen Dauer können seltene Nebenwirkungen und langfristige Risiken jedoch nicht beurteilt werden.
3. Fazit und Einordnung
Die Studie zeigte, dass acht Wochen mit täglich 300 mg des untersuchten Shatavari-Wurzelextrakts perimenopausale Beschwerden stärker reduzierten als ein Placebo. Besonders deutlich waren die Ergebnisse beim primären Endpunkt, dem MRS-Gesamtwert. Auch bei Hitzewallungen, wahrgenommenem Stress und Müdigkeit wurden signifikante Vorteile festgestellt.
Keine eindeutigen Vorteile zeigte die Studie dagegen für die meisten einzelnen Stimmungsbereiche und die einzelnen Bereiche der menopausebezogenen Lebensqualität. Auch eine Veränderung des Hormonhaushalts wurde statistisch nicht überzeugend nachgewiesen.
Zu den Stärken gehören das randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Design, die vorherige Registrierung und die Verwendung eines standardisierten Extrakts. Einschränkend sind jedoch:
- die kleine Teilnehmerzahl,
- die Studiendauer von lediglich acht Wochen,
- die Durchführung an nur einem Studienzentrum,
- die überwiegende Auswertung der 73 Studienabschließerinnen anstelle einer vollständig dargestellten Intention-to-treat-Analyse,
- zahlreiche sekundäre Tests ohne erkennbare Korrektur für Mehrfachvergleiche,
- Unklarheiten bei der Auswertung der Lebensqualität und der Erfassung der Hitzewallungen,
- ausschließlich selbstberichtete Beschwerdeskalen als zentrale Wirksamkeitsparameter.
Insgesamt gehört diese Veröffentlichung zu den methodisch stärkeren Humanstudien zu Shatavari. Sie liefert relevante, aber noch nicht abschließende Hinweise auf eine kurzfristige Verringerung perimenopausaler Beschwerden. Die Ergebnisse gelten für das untersuchte 13:1-Extrakt mit mehr als 10 % Shatavarinen und können nicht automatisch auf andere Shatavari-Produkte oder Dosierungen übertragen werden.
Quelle