Shatavari bei Wechseljahresbeschwerden
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1. Studiendesign
Chattopadhyay et al. untersuchten 2026 die Wirkung des standardisierten Shatavari-Wurzelextrakts SheVari4® auf Wechseljahresbeschwerden und verschiedene Hormonwerte.
Die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Pilotstudie wurde an einem Studienzentrum in Indien durchgeführt. Von 72 untersuchten Frauen wurden 67 randomisiert. 60 Teilnehmerinnen beendeten die Studie und wurden ausgewertet, jeweils 30 pro Gruppe.
Die 39 bis 65 Jahre alten Teilnehmerinnen befanden sich vor, während oder nach der Menopause und litten seit mindestens drei Monaten unter Wechseljahresbeschwerden. Die genaue Verteilung auf die verschiedenen Menophasen wurde nicht angegeben.
Über acht Wochen nahmen die Frauen täglich entweder 100 mg SheVari4® oder eine äußerlich identische Placebokapsel ein. Der untersuchte Extrakt enthielt laut HPLC-Analyse 7,094 % Shatavarin IV.
Als primärer Endpunkt wurde die menopausenspezifische Lebensqualität mit dem MENQOL-Fragebogen erfasst. Untersucht wurden vasomotorische, psychosoziale, körperliche und sexuelle Beschwerden. Niedrigere MENQOL-Werte entsprechen einer geringeren Symptombelastung.
Zusätzlich wurden Estradiol, FSH, Progesteron, Cortisol, AMH, SHBG und freies Testosteron bestimmt. Zur Sicherheitsbewertung erfasste die Studie unerwünschte Ereignisse, Körpergewicht, BMI, Blutdruck, Puls und verschiedene Laborwerte.
2. Wirkung auf Wechseljahresbeschwerden
Nach acht Wochen sank der MENQOL-Gesamtwert in der SheVari4®-Gruppe von 1,971 auf 1,128. Dies entsprach einer Verbesserung um 42,8 %. In der Placebogruppe sank der Wert von 1,714 auf 1,615 beziehungsweise um 5,8 %. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant (p < 0,0001).
Auch in allen vier MENQOL-Bereichen zeigte die Studie signifikante Unterschiede gegenüber Placebo:
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Vasomotorische Beschwerden verbesserten sich um 53,1 % gegenüber 14,5 % unter Placebo.
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Psychosoziale Beschwerden verbesserten sich um 53,6 % gegenüber 9,9 % unter Placebo.
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Körperliche Beschwerden verbesserten sich um 39,2 % gegenüber 6,5 % unter Placebo.
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Sexuelle Beschwerden verbesserten sich um 29,4 %, während sie sich in der Placebogruppe um 10,7 % verschlechterten.
Alle Gruppenunterschiede waren statistisch signifikant (p < 0,0001).
Innerhalb der SheVari4®-Gruppe sank die Bewertung der Hitzewallungen von 3,20 auf 1,43, die des Nachtschweißes von 2,93 auf 1,10 und die des allgemeinen Schwitzens von 1,90 auf 1,23. Die Veränderungen innerhalb der Gruppe waren statistisch signifikant. Für diese Einzelbeschwerden wurden jedoch keine separaten direkten Vergleiche mit der Placebogruppe veröffentlicht.
Wirkung auf Estradiol und FSH
Der Estradiolwert stieg in der SheVari4®-Gruppe um 36,44 % von 28,92 auf 37,17 pg/ml (p < 0,0001). In der Placebogruppe sank er nicht signifikant um 2,08 %. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant (p = 0,0005).
Der FSH-Wert sank in der SheVari4®-Gruppe um 38,18 % von 44,37 auf 26,02 mIU/ml (p < 0,0001). In der Placebogruppe zeigte sich keine signifikante Veränderung. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant (p = 0,0001).
Die Studie zeigte damit einen Anstieg von Estradiol bei gleichzeitig sinkendem FSH. Die Autoren werteten diese Veränderungen als möglichen Hinweis auf eine phytoöstrogene Wirkung. Ein entsprechender Wirkmechanismus wurde in der Studie jedoch nicht direkt nachgewiesen.
Wirkung auf Cortisol
Der morgendliche Cortisolwert sank in der SheVari4®-Gruppe um 26,87 % von 12,25 auf 8,69 µg/dl (p < 0,0001). In der Placebogruppe stieg der Wert nicht signifikant um 17,16 %. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant (p = 0,0001).
Die Studie zeigte damit einen unterschiedlichen Cortisolverlauf zwischen den beiden Gruppen. Ob die Abnahme mit einer subjektiv wahrgenommenen Verringerung von Stress verbunden war, wurde nicht mit einem eigenständigen Stressfragebogen untersucht.
Wirkung auf SHBG und freies Testosteron
Das Sexualhormon-bindende Globulin, kurz SHBG, stieg in der SheVari4®-Gruppe um 46,70 % (p < 0,0001). In der Placebogruppe sank der Wert nicht signifikant um 3,80 %. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant (p = 0,002).
Gleichzeitig sank das freie Testosteron in der SheVari4®-Gruppe um 36,31 % (p < 0,0001). In der Placebogruppe stieg der Wert nicht signifikant um 15,45 %. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch signifikant (p = 0,0001).
Die Studie zeigte somit einen Anstieg des SHBG bei gleichzeitiger Abnahme des freien Testosterons. Ob die Abnahme des freien Testosterons einen eigenständigen gesundheitlichen Vor- oder Nachteil hatte, wurde nicht untersucht.
Wirkung auf Progesteron
Der Progesteronwert stieg in der SheVari4®-Gruppe um 0,30 %. Diese Veränderung war nicht statistisch signifikant (p = 0,931).
Auch zwischen der SheVari4®- und der Placebogruppe bestand kein signifikanter Unterschied (p = 0,672). Die Studie zeigte somit keine Wirkung auf den Progesteronwert.
Wirkung auf das Anti-Müller-Hormon
Das Anti-Müller-Hormon, kurz AMH, stieg in der SheVari4®-Gruppe um 0,64 %. Diese Veränderung war nicht statistisch signifikant (p = 0,622).
In der Placebogruppe stieg AMH um 34,24 %, ebenfalls ohne statistische Signifikanz (p = 0,067). Ein parametrischer Gruppenvergleich ergab zwar einen signifikanten Unterschied (p = 0,017), eine ergänzende nichtparametrische Analyse jedoch nicht (p = 0,067).
Die Studie zeigte daher keinen belastbaren Anstieg des AMH unter SheVari4®.
Sicherheit und Verträglichkeit
Während der Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse gemeldet. Bei Körpergewicht, BMI, Blutdruck und Puls zeigten sich keine statistisch signifikanten Veränderungen.
Nach acht Wochen lagen AST, ALT und BUN in der SheVari4®-Gruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe. Sämtliche Werte blieben jedoch in beiden Gruppen innerhalb der angegebenen Referenzbereiche.
Bei alkalischer Phosphatase und Kreatinkinase bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Studie liefert daher keinen eindeutigen Nachweis für eine Verbesserung der Leber-, Nieren- oder Muskelfunktion.
3. Fazit und Einordnung
Die Studie zeigte nach acht Wochen signifikante Unterschiede zugunsten des untersuchten SheVari4®-Extrakts beim MENQOL-Gesamtwert sowie bei vasomotorischen, psychosozialen, körperlichen und sexuellen Beschwerden.
Darüber hinaus zeigte die Studie signifikante Veränderungen bei Estradiol, FSH, Cortisol, SHBG und freiem Testosteron. Beim Progesteron wurde keine signifikante Wirkung festgestellt. Auch beim AMH zeigte sich innerhalb der SheVari4®-Gruppe keine signifikante Veränderung.
Einschränkungen ergeben sich aus der kleinen Stichprobe, der kurzen Studiendauer von acht Wochen und der gemeinsamen Auswertung prä-, peri- und postmenopausaler Frauen. Zudem wurde die Studie nur an einem Zentrum durchgeführt und vom Eigentümer des untersuchten Markenextrakts finanziert.