Möglicher Einfluss von Shilajit auf Krebszellen

Krebszelle

In einer systematischen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 wurden 9 präklinische Studien analysiert, die den Einfluss von Shilajit auf Krebszellen untersuchten.

Darunter waren:

  • 8 Zellstudien (in vitro)
  • 1 Tierstudie (in vivo)

Klinische Studien am Menschen lagen nicht vor.

 

Studiendesign

Die untersuchten Konzentrationen von zugegebenem Shilajit lagen je nach Studie bei:

  • 10 µg/mL bis über 1000 µg/mL

Die zentrale Messgröße war der IC50, also die Konzentration, bei der 50 % der Zellaktivität reduziert /gehemmt wird und die Zellen nicht mehr Lebensfähig sind und ihre Fähigkeit der weiteren Teilung verlieren.

 

Einfluss auf Krebszellen (Zellaktivität)

Shilajit zeigte in allen Studien eine dosisabhängige Reduktion der Zellaktivität.

Konkrete Beispiele:

  • Brustkrebszellen (MDA-MB-231):
    • IC50: 31,3 µg/mL
  • Blasenkrebszellen:
    • IC50: 30–50 µg/mL
  • Leberkrebszellen (Huh-7):
    • IC50: 100–500 µg/mL
  • Lungenkrebszellen (A549):
    • IC50: 1103 µg/mL

Das deutet darauf hin, dass Shilajit die Überlebensfähigkeit und Teilung von Krebszellen unter den Versuchsbedingungen reduziert, jedoch die Krebszellen unterschiedlich empfindlich reagieren. So war bei Lungenkrebs eine sehr hohe Konzentration nötig, im Vergleich zu Brust- oder Blasenkrebszellen, wo eine relativ geringe Konzentration an Shilajit ausreichend war.

IC50 bei gesunden Zellen

Um die Werte mit gesunden Zellen vergleichen zu können wurde auch der IC50 Wert von gesunden Zellen bei der Zugabe von Shilajit gemessen, dieser lag bei 89,7 µg/mL

Das bedeutet einige Krebszellen reagieren bereits bei einer deutlich niedrigeren Konzentration von Shilajit mit einer gehemmten Zellaktivität im Vergleich zu gesunden Zellen.

 

Einfluss auf oxidativen Stress in Krebszellen (ROS)

In einer Zellstudie mit Huh-7-Leberkrebszellen wurde untersucht, wie sich Shilajit auf die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) auswirkt.

Das Ergebnis zeigte, dass eine Zugabe von Shilajit (Konzentration: 100–500 µg/mL)
zum Anstieg der ROS-Produktion in den Krebszellen führte.

Damit löste Shilajit in der Studie in diesen Krebszellen gezielt oxidativen Stress aus. 

Der gemessene Anstieg von ROS führte in den Huh-7-Krebszellen zu:

  • Schädigung der Mitochondrien
  • Lipidperoxidation (Schädigung von Zellmembranen)
  • DNA-Schäden

dadurch verloren die Krebszellen ihre normale Funktion und gerieten in einen Zustand von Zellstress.

Dieser Zellstress führt zu:

  • strukturellen Zellschäden der Krebszellen
  • Funktionsverlust der Krebszellen
  • und schließlich zur Aktivierung von programmiertem Zelltod (Apoptose) der Krebszellen

Einfluss auf den Zellzyklus

  • Arrest in G0/G1-Phase oder S-Phase
  • Krebszellen stoppen ihre Teilung
  • keine weitere Vermehrung möglich

    Das bedeutet das Tumorwachstum wude im Modell verlangsamt.

     

    Einfluss auf Zellbewegung und Metastasierung (Krebszellen)

    Dieser Effekt wurde in Studien an:

    • Brustkrebszellen (MCF-7, MDA-MB-231)
    • Mundkrebszellen (KB-1)

    untersucht, nachdem Shilajit in Konzentrationen von etwa 10–100 µg/mL zugegeben wurde.

    Gemessene Genveränderungen in Krebszellen

    Nach Behandlung mit Shilajit wurden folgende Veränderungen gemessen:

    • TGF-β1 sank auf das ca. 0,42-fache. Das entspricht einer Reduktion um etwa 58 % und führt zu weniger Signale für Zellwachstum und Zellumwandlung (EMT)
    • TGF-βR1 sank auf das ca. 0,48-fache und bedeutet eine reduzierte Weiterleitung von Wachstumssignalen
    • TWIST1 sank auf das ca 0,37-fache. Dies führt zu einer geringeren Aktivierung von Genen, die die Zellbewegung der Krebszelle fördern
    • NOTCH1 sank auf das ca. 0,41-fache. Dies bedeutet reduzierte Signale für Zellmigration und Anpassung der Krebszelle
    • β-Catenin sank auf das ca. 0,46-fache. Dies bedeutet eine geringere Fähigkeit der Krebszellen, ihre Struktur zu verändern und sich anzupassen

    • E-Cadherin stieg auf das ca. 1,8-fache. Dies bedeutet stärkere Zell-Zell-Verbindungen.

    Diese gemessenen Veränderungen führten im Versuchsaufbau zu:

    • reduzierter Zellmigration im Scratch-Assay. Das bedeutet, Krebszellen bewegten sich langsamer in freie Bereiche.
    • verminderter Zellbeweglichkeit was eine geringere Fähigkeit, sich vom Zellverband zu lösen bedeutet.

    In der einzigen In-vivo-Studie dieser Metastudie wurde untersucht, wie sich die zusätzliche Gabe von Shilajit im Vergleich zur Kontrollgruppe auf verschiedene Blutparameter auswirkt.

    Interessant war dabei die Veränderung des ALT (Alanin-Aminotransferase) Wertes, ein Enzym, das im Blut gemessen wird und häufig als Marker für Leberzellschädigung verwendet wird:

      • 49,57 U/L (mit Shilajit)
      • 99,85 U/L (ohne Shilajit)

    Dies entspricht einer Reduktion um etwa 50,3 %.

    Auch die Nierenwerte wurde mithilfe des Kreatininwertes bestimmt:

      • 4,98 mg/dL (mit Shilajit)
      • 7,41 mg/dL (ohne)

    Der Kreatininwert im Blut ist ein zentraler Indikator für die Nierenfunktion und zeigt, wie gut die Nieren Abfallprodukte aus dem Blut filtern. Ein erhöhter Wert deutet darauf hin, dass die Nierenleistung eingeschränkt ist, da weniger Kreatinin über den Urin ausgeschieden wird.

     

    Einordnung der Ergebnisse

    Die Ergebnisse stammen aus präklinischen Studien (Zellkultur und Tiermodelle).

    Die gemessenen Effekte zeigen, wie Shilajit unter Laborbedingungen:

    • Zellstress erhöht
    • Zellteilung hemmt
    • Zelltod auslöst

    Diese Effekte wurden nicht am Menschen untersucht und beziehen sich ausschließlich auf experimentelle Bedingungen.

     

    Fazit und Einprdnung

    In einer systematischen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 zeigte Shilajit in verschiedenen Zellmodellen messbare Veränderungen auf zellulärer Ebene.

    Dabei wurde unter anderem beobachtet:

    • Reduktion der Zellaktivität von Krebszellen (IC50: 31–1103 µg/mL)
    • Erhöhung von ROS bei Krebszellen  
    • Steigerung der Apoptose von Krebszellen um bis zu 67,3 %
    • Hemmung von NF-κB (bis 0,22-fach)
    • Veränderung von Genen der Zellbewegung von Krebszellen
    • sowie niedrigere ALT- und Kreatininwerte im Tiermodell

    Die Ergebnisse zeigen untersuchte Mechanismen unter experimentellen Bedingungen in Zell- und Tiermodellen. Weiter Humanstudien sind notwendig um etwaige untersuchte Effekte auf den Menschen übertragen zu können.

    Link zur Studie

     

    Diese Inhalte stellen eine zusammenfassende Darstellung externer Studien dar. Für die Aussagen der Originalstudien wird keine Gewähr übernommen. Maßgeblich ist die jeweils verlinkte Quelle. Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung dar.

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